Sonntag, 15.04.2007
Review: Drive - 1x01
"There are 500 Million cars worldwide, over half in the US alone, and for as long as there have been cars, there has been... the race."
Auf FOX startete am Sonntag, den 15. April (in Kanada bereits zwei Tage früher) mit einer Doppelfolge das neueste Serienprojekt von Tim Minear, die Actionserie "Drive". Tim Minear wird vielen Serienfans wahrscheinlich als Erfinder, Produzent oder sonstiger Mitarbeiter solcher Serienperlen wie "Angel", "Wonderfalls", "The Inside" oder "Firefly" in Erinnerung geblieben sein, und er hat leider ein großes Problem: seine Serien scheitern regelmäßig an den schwachen Einschaltquoten und werden ? wenn sie es überhaupt so weit schaffen ? nach einer Staffel abgesetzt. Da man bei FOX allerdings an sein unbestrittenes Talent glaubt, schenkte man ihm für "Drive" zum wiederholten Male das Vertrauen und betrieb, um den üblichen Flop zu vermeiden, ordentlich Werbeaufwand. Ob sich das ganze nun gelohnt hat, hat mich als notorischen Serienjunkie natürlich brennend interessiert, und so habe ich mir die ersten zwei Folgen gleich mal angesehen.

Als erstes lernen wir Alex Tully (gespielt von Nathan Fillion ? genau, "Captain Tightpants" aus "Firefly") kennen, dessen Frau verschwunden ist. Er glaubt an eine Entführung, die Polizei denkt, sie sei einfach abgehauen. Plötzlich klingelt das Handy. Der mysteriöse Anrufer weiß vom Verschwinden seiner Frau Bescheid und erklärt ihm, dass er sich sofort auf den Weg nach Florida machen müsse, um sie zu retten. Ohne groß zu überlegen macht sich Alex auf den Weg...
Die zweite Protagonistin ist Wendy Patrakas (Melanie Lynskey), eine junge, offensichtlich etwas nervöse und labile junge Frau, die gerade einen Sohn entbunden hat. Sie wurde anscheinend von ihrem Ehemann verprügelt. Dann klingelt auch bei ihr das Handy...
Der dritte im Bunde ist Winston Salazar (Kevin Alejandro). Er ist gerade aus dem Knast entlassen worden und auf dem Weg zu seinem Vater, bis auch ihn ein ähnlich mysteriöser Anruf ereilt...
In einem Hotel treffen wir die drei, sowie alle anderen "Teilnehmer" wieder, der Anrufer entpuppt sich als eine Art Spielleiter, und nach einer kurzen Einführung kann das Rennen auch schon beginnen...
"A race, a secret, exclusive and illegal, cross country road race..."
...und mit einem Preisgeld von 32 Millionen Dollar! Kein Wunder, dass alle Auserwählten sich sofort auf den Weg zum ersten Etappenziel machen, obwohl nur die wenigsten überhaupt wissen, was das ganze soll, und warum gerade sie auserwählt wurden.
Ok, ich gebe es zu: das ganze liest sich auf den ersten Blick wie eine Drama-Version von "Rat Race" oder "Gumball 3000", also reichlich absurd. Doch ich bin überzeugt, dass aus "Drive" wirklich was werden könnte, denn es ist alles andere als eine reine Actionserie geworden. Es geht zum Glück nicht nur darum, Menschen beim Autofahren zuzusehen (obwohl dies auch nicht zu kurz kommt), denn bevor es am Ende die 32 Millionen für den Sieger gibt, sind noch eine Menge offener Fragen zu beantworten und eine Menge Konflikte zu lösen, sowohl auf der Straße als auch auf der zwischenmenschlichen Ebene. Der Weg ist das Ziel sozusagen.
Wie kaum anders zu erwarten bietet "Drive" dem Zuschauer aber nicht nur eine tolle Geschichte, sondern auch einiges fürs Auge und fürs Ohr: Kameraführung, Schnitte, tolle Schauplätze, hübsche Darsteller, mitreißende Autofahrmusik, usw., alles wirkt wie aus einem Guss.
Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass "Drive" für mich bereits nach zwei Folgen all das bietet, was ich von einer guten Serie erwarte: Action, interessante Charaktere, eine tolle Besetzung ( allen voran natürlich der wie immer wunderbare Nathan Fillion) und eine viel Potential für eine Menge spannender Geschichten quer durch die USA. Man sollte sich von der vielleicht etwas gewöhnungsbedürftigen Grundidee auf keinen Fall abschrecken lassen und dem ganzen die Chance geben, sich zu entwickeln. Ich bleibe auf jeden fall dran und hoffe, dass "Drive" für Tim Minear endlich der verdiente Serienhit wird.
von Julien um # 22:10 in Serien | 139 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
